Die Aorta ist die Hauptschlagader des Körpers und verzweigt sind, ausgehend vom Herzen, in alle Körperteile und versorgt diese mit Blut. Ein Aneurysma zu haben, bedeutet, dass der Patient an der Aorta eine sogenannte „Aussackung“ hat, d.h., dass sich an jener Stelle, an der die Aorta eine dünne Gefäßwand hat, eine Ausbeulung bildet, die auch aufplatzen kann. Das Verdünnen der Gefäßwand kann verschiedene Gründe haben, zum einen Infektionen bis hin zu genetisch bedingten Ursachen.
Durch das Herz werden bei einem Gesamtvolumen von 130 ml, pro Herzschlag 60 ml in die Aorta gepumpt. Dies bedeutet eine Durchflussgeschwindigkeit in der Aorta von knapp fünf Liter die Minute. Platzt nun das Aneurysma, ergießt sich das gesamte Blut, je nach Größe des Einrisses in unterschiedlicher Geschwindigkeit, in den Bauchraum. Neben dieser akuten Form der Erkrankung kann noch ein Aneurysma unterschieden werden, welches nicht sofort operiert, jedoch beobachtet werden muss. Dies ist bei einem Aorten Durchmesser von bis zu fünf Zentimeter der Fall. Ist die Aussackung größer als fünf Zentimeter im Durchmesser, besteht auch ohne Riss eine akute Gefahr. Behandelt wird diese Erkrankung durch das Setzen eines Stents.
Die Symptome ähneln stark einem Herzinfarkt oder dem Verdacht auf Nierensteine, was die Diagnostik erschwert: Diffuse Bauch- und Rückenschmerzen, unterschiedlich starker Puls in der Leiste, Schwindelgefühl, akuter „Vernichtungs-Schmerz“ im Bauchbereich, Schock-Symptomatik mit Blutdruckabfall, Atemnot, Gefühl der Todesangst.
WIENER NEUSTADT – Jedes Jahr wird bei rund 500 Österreichern ein Aortenaneurysma diagnostiziert, allein in Niederösterreich sind es durchschnittlich 90 Betroffene. Tritt diese Krankheit akut auf, ist ein rasches Handeln durch ein hochspezialisiertes, interdisziplinäres Ärzteteam gefordert. Nur dadurch kann Leben gerettet werden.
„Das Land Niederösterreich und die NÖ Landeskliniken-Holding ist kontinuierlich bemüht, die beste medizinische Versorgung für die Bevölkerung sicherzustellen. Mit den Landeskliniken in Wiener Neustadt und St. Pölten besitzen wir gleich zwei Häuser, die aufgrund des hohen technischen Standards und der Einsatzbereitschaft von interdisziplinären Teams in der Lage sind, komplexe Krankheiten wie das Aortenaneurysma erstklassig zu behandeln“, so Klubobmann Mag. Klaus Schneeberger.
Bei einem Aortenaneurysma hat die Aorta, die Hauptschlagader des Körpers, eine Ausbeulung an einer dünnen Stelle der Gefäßwand, welche auch aufplatzen kann. Passiert dies, spricht man von einem akuten Aortenaneurysma und es bedarf einer raschen ärztlichen Behandlung durch Setzen eines Stents. Eine zusätzliche Schwierigkeit dabei stellt die Tatsache dar, dass das Aufreißen der Aorta oftmals nicht eindeutig medizinisch diagnostizierbar ist.
„Der Schwerpunkt liegt, im Landesklinikum Wiener Neustadt, in der Behandlung des abdominalen Aortenaneurysma. Insgesamt wurden in den letzten 15 Jahren allein in Wiener Neustadt 148 Aortenstents gesetzt, 22 davon für Akutpatienten. Dabei ist die Gesamtzahl stark zunehmend, allein heuer werden rund 30 Patienten diese Behandlung in Anspruch nehmen müssen“, erklärt der Medizinische Geschäftsführer der NÖ Landeskliniken-Holding Dr. Robert Griessner.
Wie gefährlich ein Aortenaneurysma sein kann, belegt die Statistik eindrucksvoll. Noch in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts betrug die Sterblichkeitsrate in den ersten 24 Stunden zwischen 30 und 70 Prozent. Dank modernster Methoden konnte diese Zahl mittlerweile auf rund zehn Prozent reduziert werden, insofern eine sofortige Behandlung erfolgt.
„Im Landesklinikum Wiener Neustadt steht für die Behandlung eines Aortenaneurysma an sieben Tagen die Woche, 24 Stunden täglich ein interdisziplinäres Team, bestehend aus Experten des Zentralröntgeninstituts, der Chirurgie sowie der Anästhesie bereit. Damit nehmen wir im Osten Österreichs eine Vorreiterrolle in der Akutversorgung dieser Krankheit ein“, betont Dir. Hajek.
Die Gefährlichkeit eines Aortenaneurysma, welcher in der Vergangenheit berühmte Personen wie Albert Einstein, Charles de Gaulle oder Thomas Mann zum Opfer gefallen sind, musste der Patient Franz Fröhlich vor kurzem am eigenen Leib erfahren. „Ich bin heute nur noch aufgrund der raschen Behandlung durch die Ärzte des Landesklinikums Wiener Neustadt am Leben. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle beim gesamten Ärzteteam herzlich bedanken“, so Fröhlich.
Fotoquelle:
NÖ Landeskliniken-Holding
Bildtext:
v.l: Prim. Univ.-Doz. Dr. Paul Christian Hajek, Ärztlicher Direktor des Landesklinikums Wiener Neustadt, OA Dr. Thomas Payrits, chirurgische Abteilung des Landesklinikums Wiener Neustadt, Franz Fröhlich, Klubobmann Mag. Klaus Schneeberger und der Medizinische Geschäftsführer der NÖ Landeskliniken-Holding Dr. Robert Griessner.
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DSA Mag. (FH) Markus Neuwirth, MSc
Tel.: 02622/9004-0
E-Mail: markus.neuwirth(at)wienerneustadt.lknoe.at