MISTELBACH. Mit der kalten Jahreszeit kommt regelmäßig auch eine Grippewelle auf uns zu. Doch worin unterscheidet sich die echte Grippe (= Influenza) von einer einfachen Verkühlung? Die Leiterin der Abteilung für HNO am Landesklinikum Weinviertel Mistelbach – Gänserndorf, Prim. Univ. Prof. Dr. Csilla Neuchrist erläutert die Gefahren, Unterschiede und wie man sich schützen kann.
Auch wenn der Winter heuer schon weit fortgeschritten ist, eine Grippewelle wird es wohl auch heuer wieder geben, wenn auch später. „Denn Kälte ist der ideale Nährboden für beide – sowohl die einfache Erkältung als auch die Influenza“, erklärt Prim. Univ. Prof. Dr. Csilla Neuchrist, die Leiterin der Abteilung für Hals-, Nasen-Ohrenerkrankungen am Landesklinikum Weinviertel Mistelbach – Gänserndorf. Erkältungs- und auch Influenzaviren lieben es kühl, deren primäre „Angriffsziele“ sind die Schleimhäute im Nasen-Rachenraum. Grippale Infekte werden zumeist von Rhino- oder Coronaviren ausgelöst, die echte Grippe von Influenzaviren.
Beide Erkrankungen sind sehr ansteckend, schützen kann man sich durch gute Hygiene, z.B. Händewaschen und vor allem die jährliche Grippe-Impfung. „Auch jetzt ist Impfen noch sinnvoll“, erläutert Prim. Neuchrist. Vor allem die Influenza-Risikogruppen sollten sich schützen: Schwangere, Kinder, chronisch Kranke und Übergewichtige. Letztere wurden hierin aufgenommen, da sie über ein schwächeres Immunsystem verfügen. Auch für ältere Personen gilt weiterhin die Impf-Empfehlung.
Eine Influenza bricht meist ein bis drei Tage nach der Ansteckung aus, Überträger der Krankheit ist man selbst jedoch ab der Ansteckung bis zu einer Woche danach oder in Einzelfällen sogar länger. Obwohl nicht alle Erkrankungen gleich verlaufen, ist eine echte Grippe zumeist durch hohes Fieber, Gliederschmerzen, Mattigkeit und vor allem ein schlagartiges Krankheitsgefühl gekennzeichnet. „Dazu können noch Kopf- und Halsschmerzen, Husten oder auch Atemnot kommen“, so Neuchrist. Größte Gefahr sind Folgeerkrankungen, vor allem die Lungenentzündung: „Aber auch Herz-Kreislauferkrankungen oder eine Verschlechterung von Grunderkrankungen, wie z.B. Diabetes sind möglich.“
Hat es einen erwischt, dann hilft nur Bettruhe, Schonung und viel Flüssigkeit - und in besonders schweren Fällen die Konsultation des Hausarztes. „Denn ein Anti-Grippemittel kann innerhalb der ersten 24 bis 48 Stunden der Erkrankung verabreicht die Symptome und vor allem den Verlauf mindern“, so Prim. Neuchrist. Fiebersenkende Mittel sind ebenfalls anzuraten.
„Eine echte Grippe oder Influenza ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die man nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte. Wer noch nicht geimpft ist, sollte also die Chance noch nutzen“, appelliert die Leiterin der Abteilung für Hals-, Nasen-Ohrenerkrankungen am Landesklinikum Weinviertel Mistelbach – Gänserndorf, Prim. Univ. Prof. Dr. Csilla Neuchrist eindringlich. Denn der Influenzavirus verändert sich ständig und nur jährliche Impfungen schützen.
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